2.2 Konsumentenprofile

Konsumentenprofile werden von Unternehmen erstellt und entstehen automatisch immer dann, wenn Verbraucher bei Unternehmen Dienstleistungen oder Produkte einkaufen. Sie können einzelnen Person zugeordnet werden, wenn diese mit Name, Adresse und ggfs. weiteren Kriterien wie Geburtsdatum bekannt sind. Unternehmen folgender Branchen haben in ihren Datenbanken Konsumentenprofile vorliegen:

  • Versandhandel
  • Telekommunikation
  • Banken & Versicherungen
  • Verlage (Zeitungen, Zeitschriften)
  • Energieversorger
  • Reise & Verkehr
  • Kundenbindungsprogramme

Beispiele für Informationen die in Konsumentenprofilen zu finden sind:

  • Zahlungsverhalten
  • Dauer, Umfang Art der Nutzung der Dienstleistungen oder des Produktes
  • Informationen über Einnahmen
  • Reklamationsverhalten, Garantiefälle
  • persönliche Daten (Alter, Familienstand, Kinder, Kontoverbindung, Kontaktdaten …)
  • Einkaufsverhalten (Postkäufer, Internetkäufer)

Unternehmen können diese Konsumentenprofile auf Basis des sogenannten Listenprivilegs verkaufen. Eine Zustimmung des Betroffenen ist dazu nicht erforderlich, er hat jedoch die Möglichkeit der Weitergabe seiner Adresse zu widersprechen. Das Listenprivileg ist eine Ausnahmeregelung im deutschen Datenschutzrecht, die es erlaubt, personenbezogene Daten zu Werbezwecken und zu Zwecken der Markt- und Meinungsforschung zu nutzen und an Dritte weiterzugeben. Danach ist es erlaubt, Konsumenten in sogenannten Adressenlisten mit Name, Anschrift, Geburtsjahr, Beruf und einem weiteren Merkmal zusammenzufassen und diese Listen zu verkaufen. Die Beschränkung auf 1 Merkmal entfaltet keine praktische Wirkung, da die Anzahl der erzeugten Listen pro Unternehmen nicht limitiert ist.

Beispielsweise vermarktet die Verlagsgruppe Weltbild, dazu gehören die Marken, HOPPLA Kindermagazin, KIDOH Spielzeug & Lernmittel, Leben & erziehen Elternzeitschrift, Weltbild Buchverlag Publikumsverlag – Adresslisten mit ca. 4,5 Mio Verbraucheradressen über die Bertelsmanntochter AZ Direkt (Pressemeldung). Der komplette Adress-Verkaufskatalog mit den Angebotsblättern pro Liste kann als PDF hier heruntergeladen werden: AZ Direkt Verkaufskatalog für 4,5, Mio Weltbild Kundenadressen

PS: SAFE-ADDRESS empfiehlt Nutzern, Weltbild die Weitergabe seiner Kundendaten zu verbieten oder sie ganz löschen zu lassen.

WELTBILD
WELTBILD Besinnung
WELTBILD Englisch für Erwachsene
WELTBILD Erfolg im Beruf
WELTBILD Fitness + Schönheit
WELTBILD Hartwaren
WELTBILD Heim + Hobby
WELTBILD Internationale Hits
WELTBILD Internet-Käufer
WELTBILD Jokers
WELTBILD Junge Familien mit Kind
WELTBILD Käufer v. Lexiken u. Enzyklop.
WELTBILD Käufer von Diätkochbüchern
WELTBILD Käufer von Handarbeitsbüchern
WELTBILD Käufer von klassischer Musik
WELTBILD Käufer von Tierbüchern
WELTBILD Kino zu Hause
WELTBILD Kreative Beschäftigung
WELTBILD Kunst + Kultur-Genuss
WELTBILD Naturwissenschaft + Technik
WELTBILD Praktisches + Dekoration
WELTBILD Psychologie + Lebenshilfe
WELTBILD Rund um PC + Neue Medien
WELTBILD Sammler-Edition
WELTBILD Spannendes Zeitgeschehen
WELTBILD Unterhaltung + Entspannung
WELTBILD Urlaub + Reisen
WELTBILD Volkstümliche Klänge
WELTBILD Wirtschaftsratgeber+Fachbücher

weiterführende Links:

Kundendaten genießen bei uns höchsten Schutz! (Richard Gutjahr)

3 Gedanken zu „2.2 Konsumentenprofile

  1. Pingback: Was ist Adress- bzw. Datenhandel? | SAFE-ADDRESS

  2. Pingback: Neckermann – Kundendaten auf dem Grabbeltisch | SAFE-ADDRESS

  3. Pingback: Bingo! Financial Times – 42.000 Kundendaten verkauft | SAFE-ADDRESS

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