Telefónica macht Daten zur Ware

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Rund 300 Millionen Kunden hat der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica weltweit. Das ergibt 300 Millionen Kundenprofile, Milliarden von Verbindungsdaten, zig Millionen Bewegungsprofile von Handytelefonierern. Das Unternehmen sitzt auf einer gigantischen Datenmenge, kontinuierlich wird diese größer – Stichwort Big Data. Jetzt will das Unternehmen damit Geld verdienen und Paketweise an Geschäftskunden verkaufen. Die Daten sollen dabei nach Unternehmensangaben anonymisiert und so gebündelt werden, dass keine Rückschlüsse auf den einzelnen Kunden möglich sind. Eine neue Geschäftseinheit mit Namen „Telefónica Dynamic Insights“ wurde dafür gegründet. Ihr erstes Produkt: Smart Steps. Damit sollen Geschäftskunden und Behörden erfahren, wie viele Menschen – möglicherweise unterteilt nach Altersgruppen, Geschlecht oder anderen Merkmalen – sich wo wie lange aufgehalten haben.

Mit seinen Plänen hat Telefónica, zu der in Deutschland die Mobilfunkmarke O2 und 25 Millionen Kunden gehören, den Nerv von Datenschützern und Verbrauchern getroffen. „Standortdaten sind hochsensibel,

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Wie funktioniert Adress- und Datenhandel?

Adresshandel ist der An- und Verkauf von Postanschriften oder E-Mailadressen von Verbrauchern. Diese Daten können nach den Wünschen der jeweiligen Abnehmer anhand umfangreicher Kriterienkataloge wie Konsumverhalten, Liquidität und Zahlungsverhalten vorgefiltert und „veredelt“ werden. Ursprünglich bestand der Hauptzweck des Adresshandel darin, für Unternehmen Adressen zur Werbung von Neukunden bereitzustellen. Durch die Möglichkeiten der digitalen Datenverarbeitung haben sich das Einsatzgebiet und der Ablauf des Adresshandels stark verändert. Adressen werden mit beliebig vielen Merkmalen aus unterschiedlichsten Quellen verknüpft und mit Hilfe statistischer Verfahren ausgewertet. …weiterlesen…

Schweizer Post: Zu einträglicher Datenhandel für schnellen Datenschutz?

Postrecht.eu

Nach einem Bericht der Aargauer Zeitung (Link) verlangt die Schweizerische Post derzeit noch immer 30 Franken extra für Nachsendeaufträge (nach Adressänderungen), wenn Kunden dabei von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen bzw. in einen Adresshandel mit diesen Daten durch die Schweizerische Post nicht einwilligen. Dabei hatte der Schweizer Bundesrat ein Verbot derartiger Zusatzentgelte  beschlossen und in der neuen Postverordnung, die zum 1. Oktober 2012 in Kraft getreten ist, auch umgesetzt. Die Schweizerische Post verlangt das Zusatzentgelt dennoch weiterhin:

Die Post rechtfertigt den Verzug mit «technischen Gründen». «Die Aufhebung der Preisdifferenz innerhalb von vier Wochen ist nicht möglich», sagt Sprecher Mariano Masserini. «Mehrere Applikationen zur Abwicklung der Nachsendeaufträge» müssten «angepasst, getestet und umgesetzt werden».

Besonders bedenklich ist dies, weil die Aressdaten an jedes Unternehmen weitergegeben bzw. weiterverkauft werden dürfen, das eine zutreffende vorherige Anschrift nachweisen kann, laut Zeitungsberichten also auch an „Adresshändler mit zweifelhaftem Ruf“.

Hier sieht es in Deutschland besser…

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SAFE-ADDRESS Was ist in Vorbereitung?

In Vorbereitung ist ein Demozugang zu SAFE-ADDRESS. Hierüber können sich Interessenten zum Kennenlernen der Funktionen im Portal einloggen, ohne sich vorab selbst anmelden zu müssen.

Und bis Mitte November stellen wir einen Videoclip fertig, mit dessen Hilfe wir auf SAFE-ADDRESS aufmerksam machen wollen. Den Ursprung dieses Videos können Sie sich jetzt schon auf www.datadealer.net ansehen. Hier wirbt eine österreichische Gruppe für ein Online-Spiel, bei dem die Mitspieler in die Rolle von Datenhändlern schlüpfen. Wir können Teile des Videos gut als Grundlage für einen eigenen Clip verwenden, was meinen Sie dazu?

Wenn Sie Anregungen und auch kritische Anmerkung zu SAFE-ADDRESS haben, schreiben Sie uns – entweder an info@safe-address.de oder hier im Blog. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

PS: Über SAFE-ADDRESS können Sie über die Verwendung ihrer Daten durch diese Unternehmen selbst bestimmen. Fordern Sie Auskunft über die gespeicherten Daten an, Widersprechen Sie der Verwendung für den Datenhandel oder lassen Sie sie löschen.

Deutsche Post Adress & Telekom „Entertain“

Im Bereich Auskunft, Widerruf, Löschen haben wir die Deutsche Post Adress, die für die Umzugsmeldungen bei der Deutschen Post zuständig ist, und „Entertain“, das digitale Fernsehen der Deutschen Telekom, ergänzt. Beide fielen in den vergangenen Wochen durch einen überraschenden Umgang mit Nutzerdaten auf.

So schrieb die Frankfurter Rundschau über den Umgang mit Umzugsdaten:

Nachsendeservice Deutsche Post: Post gibt Daten weiter – trotz Widerspruch

Ihre Umzugsdaten sind in den Datenbanken auch mehrere Jahre nach ihrem Umzug noch gespeichert. An dieser Stelle können Sie der Verwendung Ihrer Umzugsdaten nachträglich widersprechen: Widerspruch Umzugsadresse.

Und die Welt veröffentlichte, dass die Deutsche Telekom bei Nutzern des Internetfernsehen „Entertain“ speichert, wer wann und wie lange welche Sendungen sieht. Ihr Fernseher schaut Ihnen also zukünftig selbst beim Fernsehen zu.

Telekom-Dienst überwacht die Fernseh-Nutzer

An dieser Stelle können Sie der Aufzeichnung widersprechen: Widerspruch Entertain.

Schlagzeilen hat im Sommer auch die Überarbeitung des Meldegesetzes gemacht. Sie sah vor, dass Meldeämter Daten im Regelfall an Unternehmen herausgeben dürfen. Selbst wenn der Bürger dem aktiv widerspräche, sollte dies in einigen Fallen trotzdem möglich sein. Nach der Verabschiedung durch den Bundestag verabschiedete sich die Bundesregierung von dieser Regelung und äußerte die Hoffnung, dass der Bundesrat das entsprechende Gesetzgebungsverfahren aufhält und eine bürgerfreundlichere Regelung gefunden werde.

Mittlerweile hat der Bundesrat den Gesetzesentwurf an den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag weitergeleitet. Jetzt besteht die Hoffnung, dass im Sinne des Datenschutzes die neuen Regelungen verbessert werden. Das berichtet zumindest die Wochenzeitung Die Zeit:

Datenhandel: Bundesrat will Meldegesetz nachbessern

PS: Über SAFE-ADDRESS können Sie über die Verwendung ihrer Daten durch diese Unternehmen selbst bestimmen. Fordern Sie Auskunft über die gespeicherten Daten an, Widersprechen Sie der Verwendung für den Datenhandel oder lassen Sie sie löschen.

SAFE-ADDRESS gestartet – neue Funktionen

Im September haben wir SAFE-ADDRESS online gestellt. Über Blogs, über unsere Plattform selbst und per Mail sind bei uns kritische und lobende Meinungen genauso wie Fragen und Verbesserungsvorschläge eingegangen. In den letzten Wochen wurde über SAFE-ADDRESS auf heise.de und cio.de berichtet und auch diskutiert.

Die Anregungen haben wir bei der Weiterentwicklung unseres Portals berücksichtigt. Feinarbeiten an der Grafik, Nachjustierungen im Anmeldeprozess und bei den Funktionen sind bereits umgesetzt. So landen Nutzer jetzt sofort nach der Registrierung auf der Wunschliste und können dort Eintragungen vornehmen. Die Unternehmen dort sind nun auch nach Branchen unterteilt.

Neuigkeiten

Als neue Kategorie unter „Wunschliste“ haben wir „DE-Mail“ eingeführt. Unter diesem Eintrag sind Unternehmen und Behörden aufgeführt, die bereits per DE-Mail erreichbar sind. Sie können Ihre Bereitschaft eintragen, zukünftig De-Mails von diesen Unternehmen zu empfangen. Bislang sind das aber noch nicht sehr viele. Unsere Recherchen haben ergeben, dass in das DE-Mail-Adressverzeichnis bisher nur knapp zehn Unternehmen und Behörden eingetragen sind. Nicht einmal die Deutsche Telekom, selbst grösstes Unternehmen unter den DE-Mail-Anbietern, hat im öffentlichen Adressbuch eine eigene DE-Mail-Adresse freigeschaltet (Stand 16.Oktober 2012). Wir fragen auf jeden Fall nach, warum das so ist – denn sichere Kommunikation zu ermöglichen und die dafür richtigen Partner zu finden, liegen in unser aller Interesse. Sie können das Adressbuch unter diesem Link einsehen: De-Mail Adressbuch (Sofern Sie noch keine Logindaten haben, geben Sie bitte rechts oben folgende Zugangsdaten ein: Benutzername:Demonutzer & Passwort Nutzerdemo)