Bingo! Financial Times – 42.000 Kundendaten verkauft

Poker um FTD Kundendaten

Quelle: Thomas Siepmann / pixelio.de

Nach dem Aus für die Financial Times Deutschland (FTD) haben die Firmenbestatter nicht lange gefackelt und die Daten der Abonnenten an das Handelsblatt verkauft. Nach Informationen der Deutschen Wirtschafts-Nachrichten zahlt das Handelsblatt für die Daten von 42.000 aktiven Abonnenten einen mittleren einstelligen Millionenbetrag, also um die 5.000.000 Mio Euro. Frei nach dem Motto „Eben wurde der Abonnent noch gebraucht, morgen ist er schon verkauft.“, haben die Daten ihren Besitzer gewechselt. Beruhigend ist immerhin, dass bei der FTD die Kundendaten noch nicht wie im Fall von Neckermann bei einem amerikanischen Investor als Pfand hinterlegt waren.

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Neckermann – Kundendaten auf dem Grabbeltisch

Gerd Altmann/
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pixelio.de

Durch die Insolvenz von Neckermann sind die Kundendaten auf dem Grabbeltisch des Insolvenzverwalters gelandet. Im November hat sich der Versandhändler OTTO im Bieterwettkampf gegen andere Unternehmen durchgesetzt und sich den Zugriff auf die Nutzerdaten gesichert. Wie schon beim Verkauf von Kundendaten durch Air Berlin werden auch hier Schulden des Unternehmens mit den Nutzerprofilen bezahlt. Die Privatsphäre der Kunden kommt unter den Hammer und wird an den Meistbietenden versteigert. Selbstverständlich werden dabei die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz eingehalten. Doch am Ergebnis ändert das nichts für den Verbraucher: Seine Daten gelangen in die Verfügung eines Unternehmen, mit er möglicherweise nie zu tun hatte.

Mit diesem Deal erhält OTTO Zugang zu einer der größten …weiterlesen…

Newsletter November 2012

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer von SAFE-ADDRESS,

alle paar Tage taucht wie aus dem Nichts wieder eine neue Geschichte auf, in der Unternehmen den maximalen Profit aus ihren Kundendaten quetschen wollen. Zuletzt ging Air Berlin damit an die Öffentlichkeit, sein Bonusprogramm mitsamt den Daten der Vielflieger für die Sanierung des Unternehmens verkaufen zu wollen. In unserem Blog greifen wir diese Themen auf und beleuchten den Hintergrund. …weiterlesen

Leseempfehlung: Bankgeheimnis? Nicht für persönliche Daten!

© j. münch Fotolia.com

In dieser Woche habe ich einen Blogbeitrag auf www.datenschutzbeauftragter-info.de gelesen, auf den ich an dieser Stelle aufmerksam machen will. Darin geht es um den Gebrauch und Umgang mit persönlichen Daten durch eine regionale Sparkasse. Es wird deutlich, dass nicht nur Zeitungsverlage, Versandhändler oder Gewinnspielanbieter versuchen, sich umfassende Rechte zur Verarbeitung personenbezogener Daten einräumen zu lassen. Auch Banken möchten über das notwendige Maß hinausgehende Einwilligungen zur Nutzung persönlicher Daten bekommen. … weiterlesen …

Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)

Teil 2: Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)
Teil 3: Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

© Bernd S. – Fotolia.com

Das religiöse Bekenntnis des Einzelnen unterliegt einem besonderen Schutz. Das ist auch gut so, denn es ist eine höchst private Entscheidung, ob und an wen jemand glaubt. Doch einige kirchennahe und kirchliche Unternehmen scheinen davon nichts zu halten. Sie verkaufen die Daten ihrer Kunden.

Beim Umgang mit den Daten ihrer Kunden opfern sie das religiöse Wertesystem zugunsten ihrer wirtschaftlichen Interessen. Sie bewerten den Bedarf der Wirtschaft nach neuen Nutzerdaten höher als die Schutzinteressen der Gläubigen und verkaufen ihre Kundendaten über Adresshändler. Diese Vorgehensweise ist legal und erfolgt allzu häufig ohne Wissen der Betroffenen. Ihr Einverständnis dazu ist nicht erforderlich. Grundlage für den Datenhandel ist das im Bundesdatenschutzgesetz verankerte Listenprivileg.

Dieses Vorgehen trifft Kirchen, Religion und Gläubige im Herzen. …weiterlesen…

Air Berlin – Treue Kunden sollen die Sanierung bezahlen

Mehr als 3 Mio. treue Kunden nehmen am kostenlosen Vielfliegerprogramm „topbonus“ von Air Berlin teil. Die Fluggesellschaft bietet damit „Meilen sammeln, Vorteile genießen“ sowie „glänzende Aussichten und goldene Zeiten“ an. Kundenbindung war bisher das Ziel des Programmes. Air Berlin ist jedoch von „glänzende Aussichten und goldene Zeiten“ inzwischen weit entfernt. In seiner Not und unter der erdrückenden Schuldenlast von über 800 Mio. Euro hat Air Berlin das Ziel des Vielfliegerprogramms offenbar neu definiert. Es mutiert vom Rabattprogramm für Kunden zum Schuldentilgungsprogramm für Air Berlin. Treue Kunden die bisher Rabatte bekommen haben sollen nun die Sanierung von Air Berlin bezahlen – mit ihren Daten und Nutzerprofilen.

Die angesammelten Nutzerdaten seiner treuesten Kunden sind ein Schatz für Air Berlin, den es nun zu heben gilt. …weiterlesen…

DIE ZEIT – Datenverkäufer vorgestellt

© detailblick – Fotolia.com

Zirka 60 Prozent der Haushalte haben eine oder mehrere Zeitungen abonniert. Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Zeitschriften, regional oder überregional – aus den Abonnements lässt sich leicht auf die Persönlichkeit der Leser schließen. Zeitungsverlage haben dadurch Kenntnis von deren Lebenseinstellung, Intessengebieten, aktuelle Adresse, Alter … Der Handel mit diesen Kundendaten ist fester Bestandteil im Verlagswesen. SAFE ADDRESS stellt Verlage vor, die ihre Kundendaten auf dem Adressmarkt verkaufen – heute DIE ZEIT:

Die Wochenzeitung DIE ZEIT Portal SAFE-ADDRESS verkauft auf Basis des im Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) verankerten Listenprivilegs die Daten ihrer Kunden an Dritte. Die Zustimmung der betroffenen Abonnenten oder Shopkunden ist für diesen Verkauf nicht notwendig. Im Angebot sind Adressen und Profildaten von 393.100 aktiven Lesern und ehemaligen Abonnenten sowie 70.600 Shop- und Buchkäufern. Die Kundenprofile werden über AZ Direct, ein Tochterunternehmen der Bertelsmann AG, auf dem Markt für Kundenprofile und Verbraucheradressen angeboten. In dem dazugehörigen Produktverkaufsblatt (S. 100) heißt es wie folgt:

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