Bingo! Financial Times – 42.000 Kundendaten verkauft

Poker um FTD Kundendaten

Quelle: Thomas Siepmann / pixelio.de

Nach dem Aus für die Financial Times Deutschland (FTD) haben die Firmenbestatter nicht lange gefackelt und die Daten der Abonnenten an das Handelsblatt verkauft. Nach Informationen der Deutschen Wirtschafts-Nachrichten zahlt das Handelsblatt für die Daten von 42.000 aktiven Abonnenten einen mittleren einstelligen Millionenbetrag, also um die 5.000.000 Mio Euro. Frei nach dem Motto „Eben wurde der Abonnent noch gebraucht, morgen ist er schon verkauft.“, haben die Daten ihren Besitzer gewechselt. Beruhigend ist immerhin, dass bei der FTD die Kundendaten noch nicht wie im Fall von Neckermann bei einem amerikanischen Investor als Pfand hinterlegt waren.

Für den Verbraucher bedeutet solch ein Deal, dass seine Daten ohne Möglichkeit der Mitbestimmung an Dritte verkauft werden. Das betrifft nicht nur die Adressinformationen, sondern auch Bankverbindung, Altersangaben, Umzugsadressen, Informationen zum Zahlungsverhalten, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Kreditkartendaten, Nutzerprofile – für die Datenprofis wertvolle Zusatz- oder neue Informationen. Solchen Informationen können auch als Spekulationsobjekt bei einem renditegetriebenen Investor landen oder an einen nationalen oder auch internationalen Anbieter von Konsumentendatenbanken weitergereicht werden. Dort sind detaillierte Nutzerdaten von Entscheidungsträgern, zu denen ein Großteil der FTD-Leser gehört, sicher auch willkommen und lassen sich gewinnbringend weiter verwerten.

Als nächster großer Deal stehen derzeit noch die Kundendaten der Frankfurter Rundschau meistbietend zum Verkauf. Wir sind gespannt, wer den Zuschlag erhält und mindestens 65.000 Abonennten näher kennenlernen darf. Auch der bisher geheimgehaltene Investor, an den Air Berlin 3.000.000 Kundendaten zwecks Schuldentilgung verkauft hat, wird wohl zum Ende des Jahres bekannt werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

UPDATE: 10.12.0212 – Datenschützer prüfen Verkauf von FTD-Abonnentendatei

Nachdem das Handelsblatt die Abonnentendatei gekauft hatte, wurden den Abonnenten am TAG 1 nach der Einstellung der FTD (10.12.2012) ein Handelsblatt zugestellt. Diese Vorgehensweise hat nach Angaben von Reuters Deutschland die Datenschutzbehörden auf den Plan gerufen. Nun wird geprüft, “ob beim Abschluss der Abonnentenverträge entsprechende Einwilligungserklärungen abgegeben worden seien und wer die Ex-FTD-Abonnenten tatsächlich angeschrieben habe.”

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Ein Gedanke zu „Bingo! Financial Times – 42.000 Kundendaten verkauft

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