Air Berlin: Kundendaten aus Bonusprogramm bringen 184 Millionen Euro ein

Nach Berichten des Handelsblatts vom 18.12.2012 zahlt Ethiad Airways für einen Datensatz aus dem Vielfliegerprogramm von Air Berlin 60 Euro und übernimmt damit die Mehrheit (70 Prozent) am Vielfliegerprogramm „topbonus“. 30 Prozent der Anteile verbleiben bei Air Berlin. Beide Unternehmen gründen zum weiteren Betrieb des Kundenbindungprogramms eine neue Gesellschaft mit Sitz in Berlin. Auffallend ist die Ankündigung zur Rechtsform der neuen Gesellschaft. Sie soll eine Gesellschaft nach englischem, nicht nach deutschem Recht sein. Den Erlös in Höhe von 184 Millionen Euro verwendet Air Berlin zur Deckung der aufgelaufenen Verluste von 800 Millionen Euro. Damit erlöst Air Berlin pro Kundendatensatz doppelt so viel, wie wir im November in unserem Blogbeitrag geschätzt haben – Air Berlin – Treue Kunden sollen die Sanierung bezahlen.

Rechnet man den von Ethiad für einen Anteil von 70 Prozent am Vielfliegerprogramm gezahlten Verkaufspreis auf 100 Prozent hoch, ergibt sich ein Wert pro Topbonus-Kundendatensatz von 85 Euro.

Einige Vergleichsdaten:

Der Verkauf der Payback-Kundendaten an American Express kommt dem Air Berlin Verkauf von Kundenprofilen am nächsten. Verglichen mit den dort erzielten Erlösen, wurde von Air Berlin ein beachtlicher Kaufpreis erzielt.

Unser Standpunkt: Wir meinen, dass personenbezogene Daten aus dem Vielfliegerprogramm zweckgebunden nur in dem Kontext verwendet werden dürfen, in dem sie erhoben worden sind. Das bedeutet für Air Berlin, dass sie zur Gewährung von Rabatten, Sonderangeboten o.ä. für Kunden zum Einsatz kommen sollen. Über die Nutzung von Kundenprofilen der Vielflieger als Währung zur Schuldentilgung sollten die Betroffenen selbst entscheiden können. Erst dann können sie an Dritte verkauft werden.

PS: SAFE-ADDRESS setzt sich dafür ein, dass Verbraucher selbst über die Verwendung ihrer Daten bestimmen und empfiehlt, dass Teilnehmer des Vielfliegerprogrammes von Air Berlin die Nutzung ihrer Kundenprofile zur Schuldentilgung verbieten. Dazu sind im Bundesdatenschutzgesetz wirksame Rechte verankert. SAFE-ADDRESS unterstützt Verbraucher dabei. An dieser Stelle können Sie der Weitergabe Ihrer Daten widersprechen.

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Interesante Pressemeldung:

Nach Super-Deal mit Etihad – Air Berlin schreibt erstmals wieder schwarze Zahlen

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Ethiad CEO: „the loyalty-program sector is a faster growing and higher margin business than the airline industry.“ Etihad aims to build a global loyalty management platform which can cover multiple airlines. (boarding area blog)

Wirtschaftswoche „Fluggesellschaften – Das Mogelgeschäft mit den Bonusmeilen“

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Ein Gedanke zu „Air Berlin: Kundendaten aus Bonusprogramm bringen 184 Millionen Euro ein

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