Kinder im Focus von Datenhändlern (II/3)

© Manuel Tennert - Fotolia.com

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50 Prozent aller Neugeborenen sind bereits zu ihrer Geburt in Datenbanken erfasst und begehrte Objekte im Datenhandel. Was für die einen schon zu viel ist, ist für die anderen zu wenig. Datenhändler und Direktmarketer setzen viel daran, auch die noch fehlenden 50 Prozent zu bekommen sowie die Daten aktuell zu halten und mit weiteren Informationen anzureichern. Denn: Genauso rasch wie aus Babys Kinder werden, verändert sich auch das Konsumverhalten der Familien. Im gleichen Maß passen sich die Methoden der Werbewirtschaft und Datensammler an.

Während der Schwangerschaft und den ersten Monaten nach der Geburt stehen noch die Übergabe von Warenproben, Windelpacketen und Informationsmaterial durch Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern im Vordergrund. Danach verlagern sich die Aktivitäten der Datenhändler auf andere Kanäle. Sie folgen jungen Familien:

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Schirn Kunsthalle Frankfurt „PRIVAT“

Aktuell neigt sich eine Ausstellung in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt zum Thema „PRIVAT“ dem Ende entgegen.

„Anhand zahlreicher zeitgenössischer Positionen geht die SCHIRN dem Thema der schwindenden Privatsphäre und dieser „Öffentlichkeit des Intimen“ nach. Durch das Fenster eines Hinterhofs fängt Merry Alpern mit ihrer Kamera verschwommene Szenen hastiger sexueller Begegnungen ein, Akram Zaatari befasst sich in seiner romantischen Videoarbeit mit einem Onlinechat zwischen zwei Männern, und Fiona Tan vereint private Schnappschüsse aus unterschiedlichen Ländern zu größeren Tableaus. Die Ausstellung unternimmt eindrückliche Exkursionen zu den fragilen Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Anderen.“

Video zur Ausstellung: PRIVACY – Das Ende der Intimität

Wir haben gerade noch rechtzeitig 🙂 den Artikel Armut als Geschäftsmodell: Datenhandel mit den Adresslisten der Armen zur Blogparade eingereicht und sind gespannt, ob er dort noch erscheinen wird: Blogparade: Privatsphäre – Fluch oder Segen?

UPDATE 12.02.2013: Wir freuen uns darüber, dass unser Link in die Blogparade aufgenommen worden ist.

Post Privacy – SIND wir bereits gläserne Menschen?

Ich möchte auf einen Blogeintrag „Post Privacy – werden wir zum gläsernen Menschen?“ von Katharina Kokoska auf Ihrem Blog http://www.frisch-gebloggt.de/ hinweisen.
Sie beschreibt ihre internetbezogene Sichtweise zu den Stichworten : Datenkraken, Post Privacy – lasst endlich Eure Masken fallen! – Informationelle Selbstbestimmung & Status quo.

Im Zusammenhang mit den Beiträgen auf unserem Blog stellt sich aus meiner Sicht eher die Frage „Post Privacy – SIND wir bereits gläserne Menschen?“

Schwangere und Säuglinge im Focus von Datenhändlern (I/3)

© Manuel Tennert - Fotolia.com

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Teil II: Kinder im Focus von Datenhändlern (II/3)

Ein neuer Erdenbürger kündigt sich an! Was für eine schöne Nachricht für Eltern, Familie und Freunde – und für die Wirtschaft. Allein der Markt für Baby- und Kinderausstattung beläuft sich jährlich auf 6,3 Mrd Euro. Und je früher die Markenbildung bei Kindern und Eltern einsetzt, desto größer ist das Potenzial für die Unternehmen. Anlass genug für Datenhändler, bereits Schwangere ins Visier zu nehmen sowie die Neugeborenen und Kinder nicht mehr aus den Augen zu lassen.

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Datenschutz – Ziel ist der gläserne Konsument

Einen Beitrag zum Thema Gläserner Konsument vom Hobbyweltverbesserer-Blog empfehle ich hiermit zum Lesen.

Hobbyweltverbesserer Blog

„Wegen mir kann der Staat ruhig überwachen, ich habe nichts zu verbergen“, höre ich oft, wenn es um Datenschutz im Netz geht. „Ihr seid doch paranoid und hysterisch – wer will denn was mit meinen Daten anfangen?“ Viele Menschen glauben, dass, wenn sie keine kriminellen Machenschaften planen, der Datenschutz für sie keine Relevanz hat. Das Gegenteil ist der Fall. Es stimmt, der Verfassungsschutz ist vermutlich wenig daran interessiert, welchen Lippenstift man gerade gekauft hat, wann man wo arbeitet, welchen Urlaub man mit wem verbringt, welche Partei man wählt und welche Automarke man bevorzugt. Ob ich Dschungelcamp sehe oder Bericht aus Berlin, ob ich mir Marken leisten kann oder  meine Aldieinkäufe mit Jutebeuteln herumschleppe.

Aber die Wirtschaft liebt sie, ihre gläsernen Konsumenten. Umfragen werden unnötig, es lässt sich ja problemlos sehen, was geliket wird und was nicht. Und das eigene Verbraucherprofil wird so detailliert, wie ein delirierender Marketingmensch sich  das nur…

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Armut als Geschäftsmodell: Datenhandel mit den Adresslisten der Armen

Benjamin Thorn  / pixelio.de

Benjamin Thorn / pixelio.de

Das Wissen darüber, welche Verbraucher arm sind und welche nicht, ist für Unternehmen Gold wert: Sie können ihr Risiko von Zahlungsausfällen minimieren oder armen Verbrauchern gezielt Billigware anbieten und so bessere Geschäfte machen. Bestellen können Unternehmen das Wissen über geringe Einkünfte bei Datenhändlern, die umfangreiche Datenbanken mit Adressen von Armen im Angebot haben. Die Eingruppierung von Menschen in die entsprechenden Adressverzeichnisse über Armen bringt für die Betroffenen in der Regel empfindliche Einschränkungen mit sich. …weiterlesen…

Datenhandel im 17. Jahrhundert – Adressbüros und Karteikarten

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Dieter Schütz / pixelio.de

Heute ist mir über Twitter (Danke an @jensbest) eine kleine Wissensperle zugefallen. Es gibt tatsächlich Forschungen zu „Frühneuzeitlichen Adressbüros“. Das waren die Zeiten von Galileo Galilei, Johannes Kepler, des Barocks und der Entstehung erster Zeitungen. Diese Büros hatten die Aufgabe in den immer unübersichtlicher werdenden Städten Anbieter und Nachfrager mit möglichst wenig Aufwand und treffsicher zusammenzuführen. Das Adressbüros nahm dazu die Wünsche und Kontaktdaten der Nachfrager auf und glich sie mit ebenfalls registrierten Angeboten der Anbieter ab. …weiterlesen…