Verlage wollen Entwurf zu EU-Datenschutzregelungen verwässern

Nach Recherchen von netzpolitik.org intensivieren Verlage ihre Lobbyarbeit in Brüssel in Sachen Datenschutzgrundverordnung. Sie wollen die Regelungen soweit verwässern, dass Verlage auch zukünftig die Daten ihrer Kunden verkaufen können. In Deutschland ist ihnen solch ein Datenschutz-Coup zuletzt 2009 gelungen. Quasi in letzter Minute wurde das bereits gestrichene verbraucherfeindliche Listenprivileg wieder in den Gesetzentwurf zum Bundesdatenschutzgesetz aufgenommen und dann verabschiedet.

Verlage haben sich in den letzten 20 Jahren zu den großen Verkäufern von Verbraucherdaten entwickelt. Sie schöpfen dazu aus einer bisher nicht versiegenden Quelle, ihren umfassenden Kundendatenbanken. Der Datenhandel wird in aller Stille, von den Betroffenen und der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, abgewickelt. Eine Information an die betroffenen Verbaucher oder gar deren Zustimmung ist nicht vorgesehen.

Bislang beschäftigt sich die Diskussion um Datenschutz zu einem großen Teil mit sozialen Netzwerke; die Verlage sind bislang kaum in den Fokus geraten. Aus unserer Sicht zu Unrecht. Anders als die oft pseudonymen und unsicheren Daten aus sozialen Netzwerken verfügen Verlage über die Klarnamen, die postalischen Adressen und präzise Einkaufsprofile sowie Finanzdaten ihrer Kunden und verkaufen diese auf dem Markt für Kundendaten.

Manch Leser mag an dieser Stelle anmerken: Was ist schon problematisch daran, wenn meine Adresse verkauft wird?

Der Adressverkauf allein ist auch noch relativ unproblematisch. Doch die Verbraucherdaten werden in Zeiten von Big Data in eine Art Datenkarussel eingespeist und können dort mit bis zu 300 Zusatzkriterien kombiniert werden, die im Adresshandel gekauft und miteinander kombiniert werden können. Dazu gehören Familienstand, Kinderanzahl, sozialer Status, Wohnumfeld, finanzielle Kenngrößen wie Eidesstattliche Versicherung, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Interessengebiet, Umzugshistorie ….

Die führenden Anbieter für Verbraucherdaten sind die großen Verlagshäuser Axel Springer, Gruner & Jahr sowie Bertelsmann. Auch die katholische Kirche als Eigentümer der Weltbild Verlagsgruppe gehört zu den Hauptakteuren in diesem Geschäft zählt. Die Kirche opfert also im Streben nach mehr Profit die Privatsphäre ihrer Kunden.

Meinung: Die zweckgebunde Nutzung von Verbaucherdaten zur Abwicklung von Bestellungen oder Zeitungsabonnements sind legitim und im Interesse aller Beteiligten. Der Verkauf der dabei anfallenden Daten und Adressen an Dritte und das Kombinieren dieser Informationen mit anderen Datenbanken ist für den Verbraucher oft nicht nachvollziehbar. Diese Vorgänge stehen nicht im Zusammenhang mit dem Grund, für den Verbraucher ihre Daten bekanntgegeben haben. Die Adressen inklusive der Konsumentprofile finden über Datenhändler ihren Weg in die Profildatenbanken. Von dort aus beeinflussen sie ohne Wissen der Verbraucher Entscheidungen über Vertragskonditionen, Produkte oder Dienstleistungen, die Verbraucher nutzen können oder die die Wirtschaft bereit ist, dem Verbraucher anzubieten. Daten sollten unserer Meinung nach aber nur zweckgebunden in der direkten Kundenbeziehung zwischen dem erhebenden Unternehmen und den Verbrauchern eingesetzt und nicht an Dritte veräußert werden können.

SAFE-ADDRESS unterstützt den Verbraucher dabei, ihre Rechte wahrzunehmen und den Handel mit ihren Daten zu unterbinden. Nachfolgend sind Verlage und Publikationen aufgeführt, bei denen Sie als Verbraucher per Klick entscheiden können, wie dort zukünftig ihre Daten verarbeitet werden dürfen. Bitte wählen Sie nur Unternehmen aus, bei denen Sie Kunde sind oder einmal waren.

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Hier sollten auch Produkte von Springer, G&J und Burda aufgeführt werden. Wir führen schließlich keinen Kreuzzug gegen die katholische Kirche. Wie ist das eigentlich bei der evangelischen Kirche??????

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Verlagsgruppe Weltbild GmbH

Jokers (in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH)

KIDOH (in der Verlagsgruppe Weltbild GmbH)

buecher.de GmbH & Co. KG

Axel Springer

Gruner & Jahr

Bertelsmann

Burda

katholische Bistumszeitungen

Bonifatiusbote Fulda

Der Dom Paderborn

Der Sonntag Limburg

Tag des Herrn

Kirche und Leben Münster

Kirchenbote Osnabrück

Kirchenzeitung Siegburg & Köln xxxxxxxxxxxxxxxxx Hier steht ein falscher Eintragxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Kirchenzeitung Hildesheim

Kirchenzeitung St. Michaelisbund München Freising

Konradsblatt Freiburg

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