Kinder im Focus von Datenhändlern (II/3)

© Manuel Tennert - Fotolia.com

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50 Prozent aller Neugeborenen sind bereits zu ihrer Geburt in Datenbanken erfasst und begehrte Objekte im Datenhandel. Was für die einen schon zu viel ist, ist für die anderen zu wenig. Datenhändler und Direktmarketer setzen viel daran, auch die noch fehlenden 50 Prozent zu bekommen sowie die Daten aktuell zu halten und mit weiteren Informationen anzureichern. Denn: Genauso rasch wie aus Babys Kinder werden, verändert sich auch das Konsumverhalten der Familien. Im gleichen Maß passen sich die Methoden der Werbewirtschaft und Datensammler an.

Während der Schwangerschaft und den ersten Monaten nach der Geburt stehen noch die Übergabe von Warenproben, Windelpacketen und Informationsmaterial durch Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern im Vordergrund. Danach verlagern sich die Aktivitäten der Datenhändler auf andere Kanäle. Sie folgen jungen Familien:

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Armut als Geschäftsmodell: Datenhandel mit den Adresslisten der Armen

Benjamin Thorn  / pixelio.de

Benjamin Thorn / pixelio.de

Das Wissen darüber, welche Verbraucher arm sind und welche nicht, ist für Unternehmen Gold wert: Sie können ihr Risiko von Zahlungsausfällen minimieren oder armen Verbrauchern gezielt Billigware anbieten und so bessere Geschäfte machen. Bestellen können Unternehmen das Wissen über geringe Einkünfte bei Datenhändlern, die umfangreiche Datenbanken mit Adressen von Armen im Angebot haben. Die Eingruppierung von Menschen in die entsprechenden Adressverzeichnisse über Armen bringt für die Betroffenen in der Regel empfindliche Einschränkungen mit sich. …weiterlesen…

Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)

Teil 1: Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)
Teil 3: Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

© Bernd S. - Fotolia.com

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Im ersten Teil des Artikels „Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)“ haben wir allgemein beschrieben, auf welcher Basis kirchliche Unternehmen mit den Daten ihrer Kunden handeln. Nun stellen wir die entsprechenden kirchlichen Unternehmen selbst und ihre Adressangebote vor. Während der Recherchen zu diesem Artikel wurden einige der nachfolgend aufgeführten Angebote durch AZ Direct aus dem dazugehörigen Adresskatalog entfernt. Wir wollen nicht ausschließen, dass dies Reaktion auf unseren ersten Artikel und auf unsere Anfragen beim Kommissariat der deutschen Bischöfe war.

Regionale Kirchenzeitungen

Die Daten der Abonnenten einiger regionaler Kirchenzeitungen werden über Datenhändler verkauft.

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DIE ZEIT – Datenverkäufer vorgestellt

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Zirka 60 Prozent der Haushalte haben eine oder mehrere Zeitungen abonniert. Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Zeitschriften, regional oder überregional – aus den Abonnements lässt sich leicht auf die Persönlichkeit der Leser schließen. Zeitungsverlage haben dadurch Kenntnis von deren Lebenseinstellung, Intessengebieten, aktuelle Adresse, Alter … Der Handel mit diesen Kundendaten ist fester Bestandteil im Verlagswesen. SAFE ADDRESS stellt Verlage vor, die ihre Kundendaten auf dem Adressmarkt verkaufen – heute DIE ZEIT:

Die Wochenzeitung DIE ZEIT Portal SAFE-ADDRESS verkauft auf Basis des im Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) verankerten Listenprivilegs die Daten ihrer Kunden an Dritte. Die Zustimmung der betroffenen Abonnenten oder Shopkunden ist für diesen Verkauf nicht notwendig. Im Angebot sind Adressen und Profildaten von 393.100 aktiven Lesern und ehemaligen Abonnenten sowie 70.600 Shop- und Buchkäufern. Die Kundenprofile werden über AZ Direct, ein Tochterunternehmen der Bertelsmann AG, auf dem Markt für Kundenprofile und Verbraucheradressen angeboten. In dem dazugehörigen Produktverkaufsblatt (S. 100) heißt es wie folgt:

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TELE2 – Datenverkäufer vorgestellt

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Der Telekommunikationsanbieter Tele2 bietet auf Basis des im Bundesdatenschutzgesetz verankerten Listenprivilegs 850.000 Privatadressen seiner Kunden auf dem Markt für Adress- und Profildaten an. Das Unternehmen arbeitet dazu mit AZ Direkt, einem der Marktführer in diesem Marktsegment, zusammen.

Im Angebotsblatt für die Liste mit Adress- und Profildaten ist zu lesen (abgerufen im Oktober 2012): …weiterlesen…

Wie funktioniert Adress- und Datenhandel?

Adresshandel ist der An- und Verkauf von Postanschriften oder E-Mailadressen von Verbrauchern. Diese Daten können nach den Wünschen der jeweiligen Abnehmer anhand umfangreicher Kriterienkataloge wie Konsumverhalten, Liquidität und Zahlungsverhalten vorgefiltert und „veredelt“ werden. Ursprünglich bestand der Hauptzweck des Adresshandel darin, für Unternehmen Adressen zur Werbung von Neukunden bereitzustellen. Durch die Möglichkeiten der digitalen Datenverarbeitung haben sich das Einsatzgebiet und der Ablauf des Adresshandels stark verändert. Adressen werden mit beliebig vielen Merkmalen aus unterschiedlichsten Quellen verknüpft und mit Hilfe statistischer Verfahren ausgewertet. …weiterlesen…