Echtes Netz ist mehr als nur #Drosselkom doof finden

Anders

So, ich sitze  im Zug auf dem Weg zur #drosselkom Mahnwache/Demo vor der Telekom-Aktionärversammlung in Köln. Zeit, mal ein paar Dinge klarzuziehen. René Obermann, schmieren sie sich ihre #Drosselkom-Phantasien in die Haare. Dies war ihr letzter Streich – ihre Uhr läuft ab, das Web wird ihnen nicht weiter anvertraut.

Merkel und managed services

Die aktuellen Pläne der Telekom werden die digitale Kluft in Deutschland vergrößern. Nach dem völligen Versagen der Telekom bei der Verfügbarkeit breitbandiger Internetzugänge in Deutschland während den letzten zehn Jahren mit den Standards führender Nationen mitzuhalten, wird nun aufgrund reiner Profitinteressen ein weiterer Keil in die Bevölkerung getrieben.

Die Anbieter der „dumb pipes“ wissen, dass sie im Sinne ihres eigenen privatwirtschaftlichen Überlebens sowohl am Geschäft der Inhalteanbieter verdienen als auch ihr Basisangebot künstlich re-verknappen müssen. Da die schlichte Abschaffung der etablierten datenmengen-unabhängigen Tarife (Flatrates) ziemlich schlecht aussehen würde, hilft sich die Telekom mit der Erfindung eines Propaganda-Begriffes: den „managed services“…

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Der gläserne Autofahrer: Fahrdaten für günstigere Versicherung

navigation instruments

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Telefónica Deutschland will die Fahrdaten von Autos für Versicherungen verfügbar machen: Eine Telematik-Box im Auto soll aufzeichnen, wann ein Auto wie gefahren wird – am Tag oder in der Nacht, eher langsam und defensiv oder flott bis aggressiv, mit zügigem Beschleunigen oder starkem Bremsen oder gelassen und weitsichtig. Auch Geschwindigkeitsüberschreitungen soll das Gerät registrieren. Die gesammelten Daten sollen analysiert und als Punktestand an den Versicherer des Autos übertragen werden. Der Versicherer soll daran das Risikoverhalten des Fahrer einschätzen und damit den passenden Versicherungstarif berechnen.

Nach Angaben von Telefónica haben britische und amerikanische Versicherungsunternehmen festgestellt, dass mit einem derartigen Telematik-System der Schadenaufwand um 30 Prozent sinken kann. Im Idealfall könnte dieser Preisvorteil an den Versicherten weitergegeben werden.

Für die Versicherer wird damit ein Traum wahr: …weiterlesen…

Interessantes aus der Netzwelt: Legale Datensammlungen im Überblick – ist der Rest illegal?

Die Redaktion der Netzwelt hat sich die Mühe gemacht, die Anweisungen von Bundesdatenschutzbeauftragtem und Bundesnetzagentur für Telekommunikationsunternehmen durchzuarbeiten, wie lange sie welche Daten ihrer Kunden mit welchen Verträgen speichern dürfen. 

ebay will mehr Wert aus Kundendaten schöpfen

Eigentlich stehen Auktionen und Handel im Zentrum von ebays Tätigkeit. Doch jetzt scheint die weltgrößte Auktionsplattform der Versuchung zu erliegen, mehr Geld aus seiner gigantischen Sammlung von Kundendaten holen zu wollen. Auf der Programmatic I/O-Konferenz, einem Fachkongress für digitales Marketing in San Francisco, kündigte laut einem Bericht der AdWeek das Unternehmen an, Kundendaten stärker zu vermarkten. „Wir wollen unsere Möglichkeiten, Käufer zu erreichen, zugunsten anderer Verkäufer kommzerialisieren“, sagte Stephen Howard-Sarin, bei ebay Leiter des Bereichs Anzeigen und Werbung in Nordamerika. Diese Öffnung sei eine Neuheit für dieses Jahr.

Bislang nutzt ebay seine Kundendaten nur zur Personalisierung von Angeboten der Verkäufer auf der ebay-Plattform. Das würde sich nach der Ankündigung von Howard-Sarin ändern. Demnächst sollen auch Unternehmen auf der ebay-Webseite Werbeplätze kaufen, die selbst nicht über ebay verkaufen.

Für ebay könnte sich das rechnen: Ein Werbeplatz im passenden Umfeld kann ordentlich Kohle bringen, wie man am Beispiel von Google sehen kann. Das passende Umfeld kann aus der Kaufhistorie der ebay-Nutzer ermittelt werden, sodass beispielsweise ein Interessent oder Käufer eines Smartphones passende Telefontarife angeboten bekommt.

Ob der Kunde davon auch profitiert, wird sich zeigen. Nach Aussage von Howard-Sarin soll er zumindest nicht seine Anonymität gegenüber Werbetreibenden verlieren. Namen sollen nicht bekanntgegeben werden. Doch mit der Personalisierung gelingt den Werbenden der immer genauere Blick auf immer kleinere Kundenkreise.

Verlage wollen Entwurf zu EU-Datenschutzregelungen verwässern

Nach Recherchen von netzpolitik.org intensivieren Verlage ihre Lobbyarbeit in Brüssel in Sachen Datenschutzgrundverordnung. Sie wollen die Regelungen soweit verwässern, dass Verlage auch zukünftig die Daten ihrer Kunden verkaufen können. In Deutschland ist ihnen solch ein Datenschutz-Coup zuletzt 2009 gelungen. Quasi in letzter Minute wurde das bereits gestrichene verbraucherfeindliche Listenprivileg wieder in den Gesetzentwurf zum Bundesdatenschutzgesetz aufgenommen und dann verabschiedet.

Verlage haben sich in den letzten 20 Jahren zu den großen Verkäufern von Verbraucherdaten entwickelt. Sie schöpfen dazu aus einer bisher nicht versiegenden Quelle, ihren umfassenden Kundendatenbanken. Der Datenhandel wird in aller Stille, von den Betroffenen und der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, abgewickelt. Eine Information an die betroffenen Verbaucher oder gar deren Zustimmung ist nicht vorgesehen.

Bislang beschäftigt sich die Diskussion um Datenschutz zu einem großen Teil mit sozialen Netzwerke; die Verlage sind bislang kaum in den Fokus geraten. Aus unserer Sicht zu Unrecht. Anders als die oft pseudonymen und unsicheren Daten aus sozialen Netzwerken verfügen Verlage über die Klarnamen, die postalischen Adressen und präzise Einkaufsprofile sowie Finanzdaten ihrer Kunden und verkaufen diese auf dem Markt für Kundendaten.

Manch Leser mag an dieser Stelle anmerken: Was ist schon problematisch daran, wenn meine Adresse verkauft wird?

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Kinder im Focus von Datenhändlern (II/3)

© Manuel Tennert - Fotolia.com

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50 Prozent aller Neugeborenen sind bereits zu ihrer Geburt in Datenbanken erfasst und begehrte Objekte im Datenhandel. Was für die einen schon zu viel ist, ist für die anderen zu wenig. Datenhändler und Direktmarketer setzen viel daran, auch die noch fehlenden 50 Prozent zu bekommen sowie die Daten aktuell zu halten und mit weiteren Informationen anzureichern. Denn: Genauso rasch wie aus Babys Kinder werden, verändert sich auch das Konsumverhalten der Familien. Im gleichen Maß passen sich die Methoden der Werbewirtschaft und Datensammler an.

Während der Schwangerschaft und den ersten Monaten nach der Geburt stehen noch die Übergabe von Warenproben, Windelpacketen und Informationsmaterial durch Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern im Vordergrund. Danach verlagern sich die Aktivitäten der Datenhändler auf andere Kanäle. Sie folgen jungen Familien:

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Bingo! Financial Times – 42.000 Kundendaten verkauft

Poker um FTD Kundendaten

Quelle: Thomas Siepmann / pixelio.de

Nach dem Aus für die Financial Times Deutschland (FTD) haben die Firmenbestatter nicht lange gefackelt und die Daten der Abonnenten an das Handelsblatt verkauft. Nach Informationen der Deutschen Wirtschafts-Nachrichten zahlt das Handelsblatt für die Daten von 42.000 aktiven Abonnenten einen mittleren einstelligen Millionenbetrag, also um die 5.000.000 Mio Euro. Frei nach dem Motto „Eben wurde der Abonnent noch gebraucht, morgen ist er schon verkauft.“, haben die Daten ihren Besitzer gewechselt. Beruhigend ist immerhin, dass bei der FTD die Kundendaten noch nicht wie im Fall von Neckermann bei einem amerikanischen Investor als Pfand hinterlegt waren.

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