Falsches Dementi der Bahn zur Kommerzialisierung von Kundendaten

Die Deutsche Bahn widerspricht in einer Pressemitteilung der Berichterstattung von Spiegel Online, derzufolge sie die Kommerzialisierung von Kundendaten plane. Bei der Bahn heißt es unter anderem:
„Die Deutsche Bahn weist die Berichterstattung von Spiegel Online vom Sonntag entschieden zurück, wonach es Pläne zur Weitergabe von Kundendaten an Dritte gäbe. Die Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage. Die DB gibt bislang keinerlei Kundendaten zu Marketingzwecken an Dritte weiter und plant dies auch künftig nicht. Das Kundenbindungsprogramm bahn.bonus entspricht in jeglicher Hinsicht dem Bundesdatenschutzgesetz …“
Doch das Dementi geht an der Berichterstattung von Spiegel Online vorbei. Da hätte die Pressestelle der Bahn den Artikel genauer lesen sollen. Die Redaktion behauptet in ihrem Artikel nicht, dass die Deutsche Bahn die Daten weitergibt, sondern dass sie die Kundendaten für personalisierte Werbung nutzen will. Diese Vorgehensweise bestätigt die Bahn in ihrem seltsamen Dementi. Wenn sie die Kundendaten beispielsweise auf der eigenen Webseite zur Personalisierung von Werbung nutzt, braucht sie die Kundendaten nicht weiterzugeben – kann aber trotzdem mit höheren Werbeerlösen rechnen.
Dass dies in jeglicher Hinsicht dem Bundesdatenschutzgesetz entspricht, ist zunächst eine Behauptung. Laut Spiegel Online prüft der zuständige Landesdatenschutzbeauftragte erst noch, ob das auch korrekt ist.
Bahn-Kunden auf jeden Fall sehr einfach für Klarheit sorgen: Auf SAFE-ADDRESS können sie mit wenigen Klicks der Deutschen Bahn unter anderem verbieten, die Daten für Werbung zu nutzen.

siehe auch: netzpolitik.org Schnelles Dementi der Bahn zum Datenhandel

Verkauf von Kundendaten? – bahn.bonus in der Kritik

Bahn dementiert Bericht über Datenhandel-Pläne

Deutsche Bahn und die Reiseprofile – Kein Verkauf aber Vermarktung! – Malte Spitz Blog

golem: VIELFAHRER Deutsche Bahn will Daten der Reisenden vermarkten

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Newsletter Februar 2013 – Datenschutz ist in etwa so aufregend wie eine trockene Reiswaffel…

Neuigkeiten vom 06.02.2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde von SAFE-ADDRESS,

„Das Thema Datenschutz ist in etwa so aufregend wie eine trockene Reiswaffel, die man sich auf der Zunge zergehen lässt“ – so eröffnete Ende Januar Moderatorin Marlis Schaum von DRadio Wissen den Digitalen Salon „Neue Fragen zum Datenschutz“. Die Provokation funktionierte und der Abend zeigte eindrucksvoll das Gegenteil.

Wer beim Datenschutz genau hinschaut, erkennt sehr schnell, welche Kraft in diesem Thema steckt: Der EU-Vorschlag zur Vereinheitlichung des Datenschutzes in Europa und Stärkung von Verbraucherrechten hat zu einer neuen Qualität der Lobbyarbeit in Brüssel und den EU-Staaten geführt.

Die Wirtschaft macht mit bisher enormer Schlagkraft …weiterlesen…