Neckermann – Kundendaten auf dem Grabbeltisch

Gerd Altmann/
photoshopgraphics.com
pixelio.de

Durch die Insolvenz von Neckermann sind die Kundendaten auf dem Grabbeltisch des Insolvenzverwalters gelandet. Im November hat sich der Versandhändler OTTO im Bieterwettkampf gegen andere Unternehmen durchgesetzt und sich den Zugriff auf die Nutzerdaten gesichert. Wie schon beim Verkauf von Kundendaten durch Air Berlin werden auch hier Schulden des Unternehmens mit den Nutzerprofilen bezahlt. Die Privatsphäre der Kunden kommt unter den Hammer und wird an den Meistbietenden versteigert. Selbstverständlich werden dabei die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz eingehalten. Doch am Ergebnis ändert das nichts für den Verbraucher: Seine Daten gelangen in die Verfügung eines Unternehmen, mit er möglicherweise nie zu tun hatte.

Mit diesem Deal erhält OTTO Zugang zu einer der größten …weiterlesen…

Advertisements

Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)

Teil 2: Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)
Teil 3: Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

© Bernd S. – Fotolia.com

Das religiöse Bekenntnis des Einzelnen unterliegt einem besonderen Schutz. Das ist auch gut so, denn es ist eine höchst private Entscheidung, ob und an wen jemand glaubt. Doch einige kirchennahe und kirchliche Unternehmen scheinen davon nichts zu halten. Sie verkaufen die Daten ihrer Kunden.

Beim Umgang mit den Daten ihrer Kunden opfern sie das religiöse Wertesystem zugunsten ihrer wirtschaftlichen Interessen. Sie bewerten den Bedarf der Wirtschaft nach neuen Nutzerdaten höher als die Schutzinteressen der Gläubigen und verkaufen ihre Kundendaten über Adresshändler. Diese Vorgehensweise ist legal und erfolgt allzu häufig ohne Wissen der Betroffenen. Ihr Einverständnis dazu ist nicht erforderlich. Grundlage für den Datenhandel ist das im Bundesdatenschutzgesetz verankerte Listenprivileg.

Dieses Vorgehen trifft Kirchen, Religion und Gläubige im Herzen. …weiterlesen…

DIE ZEIT – Datenverkäufer vorgestellt

© detailblick – Fotolia.com

Zirka 60 Prozent der Haushalte haben eine oder mehrere Zeitungen abonniert. Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Zeitschriften, regional oder überregional – aus den Abonnements lässt sich leicht auf die Persönlichkeit der Leser schließen. Zeitungsverlage haben dadurch Kenntnis von deren Lebenseinstellung, Intessengebieten, aktuelle Adresse, Alter … Der Handel mit diesen Kundendaten ist fester Bestandteil im Verlagswesen. SAFE ADDRESS stellt Verlage vor, die ihre Kundendaten auf dem Adressmarkt verkaufen – heute DIE ZEIT:

Die Wochenzeitung DIE ZEIT Portal SAFE-ADDRESS verkauft auf Basis des im Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) verankerten Listenprivilegs die Daten ihrer Kunden an Dritte. Die Zustimmung der betroffenen Abonnenten oder Shopkunden ist für diesen Verkauf nicht notwendig. Im Angebot sind Adressen und Profildaten von 393.100 aktiven Lesern und ehemaligen Abonnenten sowie 70.600 Shop- und Buchkäufern. Die Kundenprofile werden über AZ Direct, ein Tochterunternehmen der Bertelsmann AG, auf dem Markt für Kundenprofile und Verbraucheradressen angeboten. In dem dazugehörigen Produktverkaufsblatt (S. 100) heißt es wie folgt:

…weiterlesen…

TELE2 – Datenverkäufer vorgestellt

© Marius Graf Fotolia.com

Der Telekommunikationsanbieter Tele2 bietet auf Basis des im Bundesdatenschutzgesetz verankerten Listenprivilegs 850.000 Privatadressen seiner Kunden auf dem Markt für Adress- und Profildaten an. Das Unternehmen arbeitet dazu mit AZ Direkt, einem der Marktführer in diesem Marktsegment, zusammen.

Im Angebotsblatt für die Liste mit Adress- und Profildaten ist zu lesen (abgerufen im Oktober 2012): …weiterlesen…