Preisvergleichsportale – Zweitvermarktung von Nutzerdaten im Adresshandel

© JiSIGN - Fotolia.com

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Die Rahmenbedingungen für den Datenhandel sind in Deutschland im Bundesdatenschutzgesetz geregelt. Und die meisten Unternehmen halten sich an die Regeln. Das nehmen wir zumindest an. Doch immer wieder fallen einzelne auf, weil sie sich scheinbar Recht und Gesetz nicht unterwerfen wollen. So erhebt etwa der sächsische Landesdatenschutzbeauftragte schwere Vorwürfe gegen die Unister-Unternehmensgruppe. Parallel berichten Medien immer wieder über neue Vorwürfe wie Steuerhinterziehung, gefälschte Preise und illegalen Adresshandel. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Für uns Anlass, das Unternehmen näher zu betrachten.

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Newsletter Februar 2013 – Datenschutz ist in etwa so aufregend wie eine trockene Reiswaffel…

Neuigkeiten vom 06.02.2013

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde von SAFE-ADDRESS,

„Das Thema Datenschutz ist in etwa so aufregend wie eine trockene Reiswaffel, die man sich auf der Zunge zergehen lässt“ – so eröffnete Ende Januar Moderatorin Marlis Schaum von DRadio Wissen den Digitalen Salon „Neue Fragen zum Datenschutz“. Die Provokation funktionierte und der Abend zeigte eindrucksvoll das Gegenteil.

Wer beim Datenschutz genau hinschaut, erkennt sehr schnell, welche Kraft in diesem Thema steckt: Der EU-Vorschlag zur Vereinheitlichung des Datenschutzes in Europa und Stärkung von Verbraucherrechten hat zu einer neuen Qualität der Lobbyarbeit in Brüssel und den EU-Staaten geführt.

Die Wirtschaft macht mit bisher enormer Schlagkraft …weiterlesen…

Schwangere und Säuglinge im Focus von Datenhändlern (I/3)

© Manuel Tennert - Fotolia.com

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Teil II: Kinder im Focus von Datenhändlern (II/3)

Ein neuer Erdenbürger kündigt sich an! Was für eine schöne Nachricht für Eltern, Familie und Freunde – und für die Wirtschaft. Allein der Markt für Baby- und Kinderausstattung beläuft sich jährlich auf 6,3 Mrd Euro. Und je früher die Markenbildung bei Kindern und Eltern einsetzt, desto größer ist das Potenzial für die Unternehmen. Anlass genug für Datenhändler, bereits Schwangere ins Visier zu nehmen sowie die Neugeborenen und Kinder nicht mehr aus den Augen zu lassen.

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Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

Teil 1: Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)
Teil 2: Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)

© Bernd S. - Fotolia.com

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Die römisch-katholische Kirche in Deutschland gehört über ihre Weltbild Verlagsgruppe inzwischen zu den Marktführern beim Handel mit Verbraucherdaten. In dieser Rolle lässt Weltbild die Daten seiner 5 Millionen Kunden exklusiv über das zum Bertelsmann Konzern gehörende Unternehmen AZ Direct vermarkten. Betroffen sind Kundendaten der Marken Weltbild (Buchhandel), Joker (anspruchsvolle Vielleser) und KIDOH (junge Familien). Laut seiner Internetseite wird das Handeln des Weltbild Konzerns von der „Verantwortung gegenüber Kunden, Gesellschaftern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit“ geprägt. „Christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen, heißt die tägliche Herausforderung. Die Orientierung an Werten ist Maßstab.“ (Quelle: www.weltbild.com)

Offenbar haben sich hier die wirtschaftlichen Profitinteressen der katholischen Kirche gegen die Verantwortung für die Privatsphäre ihrer Kunden durchgesetzt. Diese Entscheidung haben sich auch einige regionale Kirchenzeitungen als Vorbild genommen, die auf dem gleichen Weg einen regen Datenhandel mit den Profildaten ihrer Leser betreiben.

Die Vorgehensweise ist legal und …weiterlesen…

Erfahrungsbericht: „Wer Betten kauft, interessiert sich auch für Fernsehen – OTTO verkauft Kundendaten“

In einem Beitrag „Wer Betten kauft, interessiert sich auch für Fernsehen – OTTO verkauft Kundendaten“ schreibt Anja Zeutschel auf ihrem Blog  „Mit offenen Augen – Mein Blick auf die Welt“ über ihre Erfahrungen mit dem Adressenhandel von OTTO.

Ich kann mich leider nicht mehr genau erinnern, wann ich den ersten Werbe-Brief von Kabel Deutschland hier in Berlin erhielt. Aber es muss spätestens Anfang dieses Jahres gewesen sein. Ich hatte … weiterlesen

Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)

Teil 1: Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)
Teil 3: Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

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Im ersten Teil des Artikels „Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)“ haben wir allgemein beschrieben, auf welcher Basis kirchliche Unternehmen mit den Daten ihrer Kunden handeln. Nun stellen wir die entsprechenden kirchlichen Unternehmen selbst und ihre Adressangebote vor. Während der Recherchen zu diesem Artikel wurden einige der nachfolgend aufgeführten Angebote durch AZ Direct aus dem dazugehörigen Adresskatalog entfernt. Wir wollen nicht ausschließen, dass dies Reaktion auf unseren ersten Artikel und auf unsere Anfragen beim Kommissariat der deutschen Bischöfe war.

Regionale Kirchenzeitungen

Die Daten der Abonnenten einiger regionaler Kirchenzeitungen werden über Datenhändler verkauft.

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Neckermann – Kundendaten auf dem Grabbeltisch

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Durch die Insolvenz von Neckermann sind die Kundendaten auf dem Grabbeltisch des Insolvenzverwalters gelandet. Im November hat sich der Versandhändler OTTO im Bieterwettkampf gegen andere Unternehmen durchgesetzt und sich den Zugriff auf die Nutzerdaten gesichert. Wie schon beim Verkauf von Kundendaten durch Air Berlin werden auch hier Schulden des Unternehmens mit den Nutzerprofilen bezahlt. Die Privatsphäre der Kunden kommt unter den Hammer und wird an den Meistbietenden versteigert. Selbstverständlich werden dabei die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz eingehalten. Doch am Ergebnis ändert das nichts für den Verbraucher: Seine Daten gelangen in die Verfügung eines Unternehmen, mit er möglicherweise nie zu tun hatte.

Mit diesem Deal erhält OTTO Zugang zu einer der größten …weiterlesen…