Schwangere und Säuglinge im Focus von Datenhändlern (I/3)

© Manuel Tennert - Fotolia.com

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Teil II: Kinder im Focus von Datenhändlern (II/3)

Ein neuer Erdenbürger kündigt sich an! Was für eine schöne Nachricht für Eltern, Familie und Freunde – und für die Wirtschaft. Allein der Markt für Baby- und Kinderausstattung beläuft sich jährlich auf 6,3 Mrd Euro. Und je früher die Markenbildung bei Kindern und Eltern einsetzt, desto größer ist das Potenzial für die Unternehmen. Anlass genug für Datenhändler, bereits Schwangere ins Visier zu nehmen sowie die Neugeborenen und Kinder nicht mehr aus den Augen zu lassen.

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Air Berlin: Kundendaten aus Bonusprogramm bringen 184 Millionen Euro ein

Nach Berichten des Handelsblatts vom 18.12.2012 zahlt Ethiad Airways für einen Datensatz aus dem Vielfliegerprogramm von Air Berlin 60 Euro und übernimmt damit die Mehrheit (70 Prozent) am Vielfliegerprogramm „topbonus“. 30 Prozent der Anteile verbleiben bei Air Berlin. Beide Unternehmen gründen zum weiteren Betrieb des Kundenbindungprogramms eine neue Gesellschaft mit Sitz in Berlin. Auffallend ist die Ankündigung zur Rechtsform der neuen Gesellschaft. Sie soll eine Gesellschaft nach englischem, nicht nach deutschem Recht sein. Den Erlös in Höhe von 184 Millionen Euro verwendet Air Berlin zur Deckung der aufgelaufenen Verluste von 800 Millionen Euro. Damit erlöst Air Berlin pro Kundendatensatz doppelt so viel, …weiterlesen…

Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

Teil 1: Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)
Teil 2: Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)

© Bernd S. - Fotolia.com

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Die römisch-katholische Kirche in Deutschland gehört über ihre Weltbild Verlagsgruppe inzwischen zu den Marktführern beim Handel mit Verbraucherdaten. In dieser Rolle lässt Weltbild die Daten seiner 5 Millionen Kunden exklusiv über das zum Bertelsmann Konzern gehörende Unternehmen AZ Direct vermarkten. Betroffen sind Kundendaten der Marken Weltbild (Buchhandel), Joker (anspruchsvolle Vielleser) und KIDOH (junge Familien). Laut seiner Internetseite wird das Handeln des Weltbild Konzerns von der „Verantwortung gegenüber Kunden, Gesellschaftern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit“ geprägt. „Christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen, heißt die tägliche Herausforderung. Die Orientierung an Werten ist Maßstab.“ (Quelle: www.weltbild.com)

Offenbar haben sich hier die wirtschaftlichen Profitinteressen der katholischen Kirche gegen die Verantwortung für die Privatsphäre ihrer Kunden durchgesetzt. Diese Entscheidung haben sich auch einige regionale Kirchenzeitungen als Vorbild genommen, die auf dem gleichen Weg einen regen Datenhandel mit den Profildaten ihrer Leser betreiben.

Die Vorgehensweise ist legal und …weiterlesen…

Bingo! Financial Times – 42.000 Kundendaten verkauft

Poker um FTD Kundendaten

Quelle: Thomas Siepmann / pixelio.de

Nach dem Aus für die Financial Times Deutschland (FTD) haben die Firmenbestatter nicht lange gefackelt und die Daten der Abonnenten an das Handelsblatt verkauft. Nach Informationen der Deutschen Wirtschafts-Nachrichten zahlt das Handelsblatt für die Daten von 42.000 aktiven Abonnenten einen mittleren einstelligen Millionenbetrag, also um die 5.000.000 Mio Euro. Frei nach dem Motto „Eben wurde der Abonnent noch gebraucht, morgen ist er schon verkauft.“, haben die Daten ihren Besitzer gewechselt. Beruhigend ist immerhin, dass bei der FTD die Kundendaten noch nicht wie im Fall von Neckermann bei einem amerikanischen Investor als Pfand hinterlegt waren.

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Neckermann – Kundendaten auf dem Grabbeltisch

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Durch die Insolvenz von Neckermann sind die Kundendaten auf dem Grabbeltisch des Insolvenzverwalters gelandet. Im November hat sich der Versandhändler OTTO im Bieterwettkampf gegen andere Unternehmen durchgesetzt und sich den Zugriff auf die Nutzerdaten gesichert. Wie schon beim Verkauf von Kundendaten durch Air Berlin werden auch hier Schulden des Unternehmens mit den Nutzerprofilen bezahlt. Die Privatsphäre der Kunden kommt unter den Hammer und wird an den Meistbietenden versteigert. Selbstverständlich werden dabei die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz eingehalten. Doch am Ergebnis ändert das nichts für den Verbraucher: Seine Daten gelangen in die Verfügung eines Unternehmen, mit er möglicherweise nie zu tun hatte.

Mit diesem Deal erhält OTTO Zugang zu einer der größten …weiterlesen…

Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)

Teil 2: Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)
Teil 3: Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

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Das religiöse Bekenntnis des Einzelnen unterliegt einem besonderen Schutz. Das ist auch gut so, denn es ist eine höchst private Entscheidung, ob und an wen jemand glaubt. Doch einige kirchennahe und kirchliche Unternehmen scheinen davon nichts zu halten. Sie verkaufen die Daten ihrer Kunden.

Beim Umgang mit den Daten ihrer Kunden opfern sie das religiöse Wertesystem zugunsten ihrer wirtschaftlichen Interessen. Sie bewerten den Bedarf der Wirtschaft nach neuen Nutzerdaten höher als die Schutzinteressen der Gläubigen und verkaufen ihre Kundendaten über Adresshändler. Diese Vorgehensweise ist legal und erfolgt allzu häufig ohne Wissen der Betroffenen. Ihr Einverständnis dazu ist nicht erforderlich. Grundlage für den Datenhandel ist das im Bundesdatenschutzgesetz verankerte Listenprivileg.

Dieses Vorgehen trifft Kirchen, Religion und Gläubige im Herzen. …weiterlesen…

Air Berlin – Treue Kunden sollen die Sanierung bezahlen

Mehr als 3 Mio. treue Kunden nehmen am kostenlosen Vielfliegerprogramm „topbonus“ von Air Berlin teil. Die Fluggesellschaft bietet damit „Meilen sammeln, Vorteile genießen“ sowie „glänzende Aussichten und goldene Zeiten“ an. Kundenbindung war bisher das Ziel des Programmes. Air Berlin ist jedoch von „glänzende Aussichten und goldene Zeiten“ inzwischen weit entfernt. In seiner Not und unter der erdrückenden Schuldenlast von über 800 Mio. Euro hat Air Berlin das Ziel des Vielfliegerprogramms offenbar neu definiert. Es mutiert vom Rabattprogramm für Kunden zum Schuldentilgungsprogramm für Air Berlin. Treue Kunden die bisher Rabatte bekommen haben sollen nun die Sanierung von Air Berlin bezahlen – mit ihren Daten und Nutzerprofilen.

Die angesammelten Nutzerdaten seiner treuesten Kunden sind ein Schatz für Air Berlin, den es nun zu heben gilt. …weiterlesen…