TELE2 – Datenverkäufer vorgestellt

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Der Telekommunikationsanbieter Tele2 bietet auf Basis des im Bundesdatenschutzgesetz verankerten Listenprivilegs 850.000 Privatadressen seiner Kunden auf dem Markt für Adress- und Profildaten an. Das Unternehmen arbeitet dazu mit AZ Direkt, einem der Marktführer in diesem Marktsegment, zusammen.

Im Angebotsblatt für die Liste mit Adress- und Profildaten ist zu lesen (abgerufen im Oktober 2012): …weiterlesen…

Telefónica macht Daten zur Ware

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Rund 300 Millionen Kunden hat der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica weltweit. Das ergibt 300 Millionen Kundenprofile, Milliarden von Verbindungsdaten, zig Millionen Bewegungsprofile von Handytelefonierern. Das Unternehmen sitzt auf einer gigantischen Datenmenge, kontinuierlich wird diese größer – Stichwort Big Data. Jetzt will das Unternehmen damit Geld verdienen und Paketweise an Geschäftskunden verkaufen. Die Daten sollen dabei nach Unternehmensangaben anonymisiert und so gebündelt werden, dass keine Rückschlüsse auf den einzelnen Kunden möglich sind. Eine neue Geschäftseinheit mit Namen „Telefónica Dynamic Insights“ wurde dafür gegründet. Ihr erstes Produkt: Smart Steps. Damit sollen Geschäftskunden und Behörden erfahren, wie viele Menschen – möglicherweise unterteilt nach Altersgruppen, Geschlecht oder anderen Merkmalen – sich wo wie lange aufgehalten haben.

Mit seinen Plänen hat Telefónica, zu der in Deutschland die Mobilfunkmarke O2 und 25 Millionen Kunden gehören, den Nerv von Datenschützern und Verbrauchern getroffen. „Standortdaten sind hochsensibel,

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Deutsche Post Adress & Telekom „Entertain“

Im Bereich Auskunft, Widerruf, Löschen haben wir die Deutsche Post Adress, die für die Umzugsmeldungen bei der Deutschen Post zuständig ist, und „Entertain“, das digitale Fernsehen der Deutschen Telekom, ergänzt. Beide fielen in den vergangenen Wochen durch einen überraschenden Umgang mit Nutzerdaten auf.

So schrieb die Frankfurter Rundschau über den Umgang mit Umzugsdaten:

Nachsendeservice Deutsche Post: Post gibt Daten weiter – trotz Widerspruch

Ihre Umzugsdaten sind in den Datenbanken auch mehrere Jahre nach ihrem Umzug noch gespeichert. An dieser Stelle können Sie der Verwendung Ihrer Umzugsdaten nachträglich widersprechen: Widerspruch Umzugsadresse.

Und die Welt veröffentlichte, dass die Deutsche Telekom bei Nutzern des Internetfernsehen „Entertain“ speichert, wer wann und wie lange welche Sendungen sieht. Ihr Fernseher schaut Ihnen also zukünftig selbst beim Fernsehen zu.

Telekom-Dienst überwacht die Fernseh-Nutzer

An dieser Stelle können Sie der Aufzeichnung widersprechen: Widerspruch Entertain.

Schlagzeilen hat im Sommer auch die Überarbeitung des Meldegesetzes gemacht. Sie sah vor, dass Meldeämter Daten im Regelfall an Unternehmen herausgeben dürfen. Selbst wenn der Bürger dem aktiv widerspräche, sollte dies in einigen Fallen trotzdem möglich sein. Nach der Verabschiedung durch den Bundestag verabschiedete sich die Bundesregierung von dieser Regelung und äußerte die Hoffnung, dass der Bundesrat das entsprechende Gesetzgebungsverfahren aufhält und eine bürgerfreundlichere Regelung gefunden werde.

Mittlerweile hat der Bundesrat den Gesetzesentwurf an den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag weitergeleitet. Jetzt besteht die Hoffnung, dass im Sinne des Datenschutzes die neuen Regelungen verbessert werden. Das berichtet zumindest die Wochenzeitung Die Zeit:

Datenhandel: Bundesrat will Meldegesetz nachbessern

PS: Über SAFE-ADDRESS können Sie über die Verwendung ihrer Daten durch diese Unternehmen selbst bestimmen. Fordern Sie Auskunft über die gespeicherten Daten an, Widersprechen Sie der Verwendung für den Datenhandel oder lassen Sie sie löschen.