Kinder im Focus von Datenhändlern (II/3)

© Manuel Tennert - Fotolia.com

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50 Prozent aller Neugeborenen sind bereits zu ihrer Geburt in Datenbanken erfasst und begehrte Objekte im Datenhandel. Was für die einen schon zu viel ist, ist für die anderen zu wenig. Datenhändler und Direktmarketer setzen viel daran, auch die noch fehlenden 50 Prozent zu bekommen sowie die Daten aktuell zu halten und mit weiteren Informationen anzureichern. Denn: Genauso rasch wie aus Babys Kinder werden, verändert sich auch das Konsumverhalten der Familien. Im gleichen Maß passen sich die Methoden der Werbewirtschaft und Datensammler an.

Während der Schwangerschaft und den ersten Monaten nach der Geburt stehen noch die Übergabe von Warenproben, Windelpacketen und Informationsmaterial durch Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern im Vordergrund. Danach verlagern sich die Aktivitäten der Datenhändler auf andere Kanäle. Sie folgen jungen Familien:

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Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

Teil 1: Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)
Teil 2: Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)

© Bernd S. - Fotolia.com

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Die römisch-katholische Kirche in Deutschland gehört über ihre Weltbild Verlagsgruppe inzwischen zu den Marktführern beim Handel mit Verbraucherdaten. In dieser Rolle lässt Weltbild die Daten seiner 5 Millionen Kunden exklusiv über das zum Bertelsmann Konzern gehörende Unternehmen AZ Direct vermarkten. Betroffen sind Kundendaten der Marken Weltbild (Buchhandel), Joker (anspruchsvolle Vielleser) und KIDOH (junge Familien). Laut seiner Internetseite wird das Handeln des Weltbild Konzerns von der „Verantwortung gegenüber Kunden, Gesellschaftern, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit“ geprägt. „Christliche Weltanschauung mit den Erfordernissen des Marktes überzeugend in Einklang zu bringen, heißt die tägliche Herausforderung. Die Orientierung an Werten ist Maßstab.“ (Quelle: www.weltbild.com)

Offenbar haben sich hier die wirtschaftlichen Profitinteressen der katholischen Kirche gegen die Verantwortung für die Privatsphäre ihrer Kunden durchgesetzt. Diese Entscheidung haben sich auch einige regionale Kirchenzeitungen als Vorbild genommen, die auf dem gleichen Weg einen regen Datenhandel mit den Profildaten ihrer Leser betreiben.

Die Vorgehensweise ist legal und …weiterlesen…

Kirchenunternehmen machen Profit mit Verkauf von Kundendaten (I)

Teil 2: Datenhandel durch Kirchenunternehmen – regionale Kirchenzeitungen (II)
Teil 3: Katholische Kirche – weltlicher Datenhandel mit göttlichem Segen? (III)

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Das religiöse Bekenntnis des Einzelnen unterliegt einem besonderen Schutz. Das ist auch gut so, denn es ist eine höchst private Entscheidung, ob und an wen jemand glaubt. Doch einige kirchennahe und kirchliche Unternehmen scheinen davon nichts zu halten. Sie verkaufen die Daten ihrer Kunden.

Beim Umgang mit den Daten ihrer Kunden opfern sie das religiöse Wertesystem zugunsten ihrer wirtschaftlichen Interessen. Sie bewerten den Bedarf der Wirtschaft nach neuen Nutzerdaten höher als die Schutzinteressen der Gläubigen und verkaufen ihre Kundendaten über Adresshändler. Diese Vorgehensweise ist legal und erfolgt allzu häufig ohne Wissen der Betroffenen. Ihr Einverständnis dazu ist nicht erforderlich. Grundlage für den Datenhandel ist das im Bundesdatenschutzgesetz verankerte Listenprivileg.

Dieses Vorgehen trifft Kirchen, Religion und Gläubige im Herzen. …weiterlesen…